15.04.2017 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Schicksalsorte

Auf dem fünften Kontinent stößt der Besucher auch auf die Vergangenheit des Landes als britische Sträflingskolonie

Thomas Berger

Das Gesicht des berühmtesten Insassen von Hyde Park Barracks zierte früher sogar die australische Zehn-Dollar-Note. Ausgerechnet mit dem Konterfei eines verurteilten Bilanzfälschers schmückte sich die Staatswährung. Damit hatte sich jener Francis Greenway nämlich zu retten versucht, nachdem seine zuvor angesehene Firma daheim im guten alten England bankrott gegangen war. Die Verurteilung brachte Greenway, wie so vielen anderen schon mit kleineren Delikten straffällig Gewordenen, die Deportation ans andere Ende der Welt ein. Für den Architekten eröffneten sich im fernen Sydney ungeahnte Karrierechancen.

Greenway, 1814 eintreffend, hatte ein Empfehlungsschreiben von Arthur Phillip, dem nach England zurückgekehrten Gründer der noch jungen Kolonie New South Wales, im Gepäck – und ein Bündel Zeichnungen. Beides überzeugte Gouverneur Lachlan Macquarie, ihn zum städtischen Architekten zu machen. St. James Church, die älteste Kirche Australiens, das Fort, der Leu...

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