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10.04.2017 / Politisches Buch / Seite 15

Die Wirtschaft vergessen

Ein Sammelband zur Deutung des Ersten Weltkriegs vergisst, der Frage nach den Klasseninteressen der Imperialisten nachzugehen

Stefan Bollinger

Auch linke Historiker kommen an dem Hype einhundert Jahre nach dem ersten Weltkrieg nicht vorbei. Auf Grundlage zweier Konferenzen der Rosa-Luxemburg-Stiftung 2014 in Potsdam und Wuppertal entstand ein Sammelband, der eigene Akzente zu setzen sucht.

Gegen die Vormacht ereignisgeschichtlicher, national-, bestenfalls europafixierter Arbeiten wollen die Herausgeber »sehr unterschiedliche methodische Zugänge, etwa sozialpsychologische, kultur-, geschlechter- und erinnerungsgeschichtliche Perspektiven, aber auch geschichtspolitische Analysen sowie Forschungen zu Protesten und Arbeiterbewegung« heranziehen. Solch Vorgehen könnte sich wohltuend von den diskursbestimmenden »Schlafwandlern« Christopher Clarks oder kriegslüsternen Überlegungen Herfried Münklers abheben, die die Feuilletons beherrschen.

In 18 Beiträgen wenden sich internationale Autoren drei Schwerpunkten zu: »Wie sind die aktuellen erinnerungs- und geschichtspolitischen Deutungen einzuordnen? ...

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