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08.04.2017 / Geschichte / Seite 15

Unterwegs nach Petrograd

Vor 100 Jahren stieg Lenin in einen Zug

Leo Schwarz

In der historischen Literatur über die Sowjetunion gibt seit etwa 25 Jahren eine Schule den Ton an, die von ihren Kritikern die »triumphalistische« oder »neotraditionalistische« genannt wird. Ihr Patron ist der US-Amerikaner Richard Pipes. Das Hauptgeschäft dieser Richtung besteht darin, früher einmal diskreditierte, auf die Emigrantenliteratur der 20er Jahre zurückgehende »Erklärungsansätze« zu rehabilitieren (freilich ohne die bei den alten Meistern noch quicklebendige antisemitische Komponente), die die russische Revolution als Ergebnis einer Verschwörung oder politischer Manipulation darstellen, nicht aber als Konsequenz der Handlungen »anonymer Massen« (Pipes).

Eine der bekannteren Marotten der Neotraditionalisten besteht darin, den »roten Oktober« ganz oder zum Teil auf logistische und finanzielle Unterstützung der Bolschewiki durch Deutschland zurückzuführen. »Lenins Zug«, der am 9. April 1917 am deutsch-schweizerischen Grenzübergang Gottmadingen ab...

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