14.03.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Sie haben sich erhoben«

Erste internationale Konferenz jesidischer Frauen in Bielefeld: Widerstand und Selbstorganisierung als Antwort auf Völkermord und Femizid

Claudia Wangerin

Die jüngste Rednerin der internationalen Konferenz »Genozidale Angriffe auf ezidische Frauen und Wege des Widerstands gegen den Völkermord« war 17 Jahre alt. Als Ikhlas Bajoo am Sonntag im Bielefelder Ratssaal von ihrer Gefangenschaft beim »Islamischen Staat« (IS) berichtete, standen vielen Zuhörerinnen die Tränen in den Augen. Sie selbst kämpfte auch damit, doch dann wurde ihre helle Stimme immer zorniger. Am 3. August 2014 hatte der IS die Region Sindschar im Nordirak überfallen, einen Vernichtungsfeldzug gegen die jesidische Bevölkerung begonnen und Tausende junger Frauen und Mädchen als Kriegsbeute verschleppt.

Nach dem Verrat

Die Peschmerga, die Streitkräfte der »Autonomen Region Kurdistan«, seien weggelaufen, statt die Jesiden zu schützen. »Wir fragten uns, was das für ein Verrat ist«, sagte Bajoo. Ihr Vater sei vor ihren Augen erschossen worden. Die Mädchen und Frauen wurden unter den Kämpfern aufgeteilt oder auf Sklavinnenmärkten verkauft. Ik...

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