07.03.2017 / Ausland / Seite 6

Italien verletzt Frauenrechte

EU-Gerichtshof: Mangelhafter Schutz für Opfer sexueller Gewalt. 2016 wurden 120 Frauen ermordet

Gerhard Feldbauer

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Italien am 2. März wegen des unterlassenen Schutzes seiner Bürger verurteilt. Das Gericht befasste sich mit dem Fall der 52jährigen rumänischen Immigrantin Elisaveta Talpis, einer Mutter zweier erwachsener Kinder, die in Remanzacco in der Provinz Udine lebt. Sie wurde über Jahre von ihrem Ehemann misshandelt, ohne dass etwas zu ihrem Schutz unternommen wurde. 2013 hatte der gewalttätige Alkoholiker seinen 19jährigen Sohn, der seiner Mutter zu Hilfe kommen wollte, mit einem Messer getötet und die Frau lebensgefährlich verletzt. Danach war er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Elisaveta Talpis reichte 2014 in Strasbourg Beschwerde gegen die zuständigen italienischen Justiz und Polizeibehörden ein, weil diese ihre wiederholten Anzeigen wegen schwerer körperlicher Misshandlungen – während der sie auch zum Geschlechtsverkehr mit Freunden des Mannes gezwungen wurde – und ihre dringende Bitte um ...

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