03.03.2017 / Ausland / Seite 6

Graz streitet um Kraftwerk

Österreich: Anhaltende Proteste gegen Plan des Bürgermeisters. KPÖ, Grüne und Umweltschützer gemeinsam

Maximilian Tonsern, Graz

In Graz hat im Februar der Bau eines Kraftwerks an der durch die Stadt fließenden Mur begonnen. Das gigantische Projekt hat aufgrund seiner diffusen Vorgeschichte heftige Proteste ausgelöst.

Es begann vor sieben Jahren. Da ließ Bürgermeister Siegfried Nagl von der bürgerlich-konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) in Graz eine Bürgerbefragung durchführen. Vom Ergebnis zeigte er sich damals begeistert: Mehr als 75 Prozent hätten sich für ein Kraftwerk an der Mur ausgesprochen. Allerdings waren die Umfrageunterlagen damals nur einem Zehntel der Grazer Bevölkerung zugeschickt worden. Das nicht etwa von einem neutralen Institut, sondern vom Initiator ÖVP selbst. Und schließlich konnte man aufgrund lascher Zugangskontrollen seine Stimme sogar mehrmals abgeben. Als seltsamer Höhepunkt fanden sich Stimmen sogar käuflich erwerbbar im Internet auf Ebay wieder.

2016 wollte Nagl die Finanzierung des Murkraftwerkes in die Haushaltsplanung der Stadt Graz aufneh...

Artikel-Länge: 3828 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe