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11.02.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Verschuldung als Renditehebel

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise

Die Gleichsetzung von Schulden mit etwas an sich Üblem ist Alltagswissen. Es entspricht der täglichen Lebenserfahrung, dass Schulden eine zu leistende Pflicht darstellen und somit den eigenen Handlungsspielraum einengen. In der Geldwirtschaft des Kapitalismus gilt aber auch anderes. Mit Schulden kann der Kapitalist seine Rendite erhöhen. Rendite ist der heute übliche Ausdruck für den Verwertungsgrad des Kapitals. Die Rendite wird wie der Zins in Prozent pro anno ausgedrückt. Wie die Erfahrung und die sozialistischen Klassiker lehren, dreht sich im Kapitalismus alles um diese Größe. Wenn die Rendite beim Kapitalisten anfällt, nennt man sie Profitrate.

Die Quelle des Profits ist der den Lohnabhängigen abgepresste Mehrwert. Hier aber interessiert, wie die Rendite (oder Profitrate) mittels Verschuldung erhöht werden kann. Vereinfacht funktioniert es so: Ein Kapitalist ist Eigentümer einer Fabrik, die 100 Millionen Euro gekostet hat und ihm jährlich zehn Millio...

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