11.01.2017 / Inland / Seite 5

Extreme Machtkonzentration

»Konzernatlas« zeigt beispiellose Fusionswelle in Agrar- und Ernährungsindustrie. Herausgeber fordern Verschärfung des Kartellrechts

Jana Frielinghaus

Im Agrar- und Lebensmittelsektor schreitet die Monopolisierung in rasantem Tempo voran. Politische Maßnahmen dagegen: Fehlanzeige, und das weltweit. Dies ist die Bilanz, die die Verfasser des am Dienstag veröffentlichten »Konzernatlas« ziehen. Herausgeber sind der Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung, die Linkspartei-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Nichtregierungsorganisationen Oxfam und Germanwatch sowie die Zeitschrift Le Monde Diplomatique. Die Organisationen rufen auch zur Demonstration »Wir haben Agrarindustrie satt« am 21. Januar che in Berlin auf.

Der Konzentrationsprozess in den betrachteten Branchen hat gerade in den letzten beiden Jahren noch einmal gewaltig an Fahrt aufgenommen. Fünf der weltweit zwölf größten Übernahmen börsennotierter Konzerne 2015 und 2016 fanden im Agrar- und Ernährungsbereich statt. Der finanziell mit Abstand mächtigste Zusammenschluss wäre bei Zustandekommen in der von beiden Konz...

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