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28.12.2016 / Feuilleton / Seite 11

Klingt prächtig in den Ohren

Meister Iste und seine Grillen: Über Goethes verschwiegenes Werk (Teil eins)

Ursula Püschel

Goethes Werke gehören der Nachwelt, doch wie kommt die Nachwelt dazu? Er war schließlich nicht nur Dichter, sondern auch Minister, das verlangt Rücksichten. Außerdem hatte er ja auch Familie, hatte die etwa keine Erbansprüche?

Die Familie jedoch bestand in der dritten Generation nur noch aus einer Person ohne Nachfahren: dem Enkel Walther von Goethe (1818–1885). Der Großvater war geadelt worden, veranlasst vom Großvater des jetzigen Fürsten Carl Alexander (1818–1901), verehelicht mit Sophie (1824–1897). Das großherzogliche Paar hatte freundschaftliche Beziehungen zu dem Goethe-Enkel, besonders intensiv die Herzogin.

Die Alleinerbin

Zur Frage des Verbleibs von Goethes Nachlass aber verhielt sich Walther einsilbig, solange er lebte. Doch bei der Eröffnung seines Testaments zeigte sich, dass er Großherzogin Sophie zur Alleinerbin des schriftlichen Nachlasses erklärt hatte. Sophie wusste, dass sie nun damit eine Aufgabe hatte. Sie veranlasste die Veröffentlichun...

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