27.12.2016 / Inland / Seite 8

»Zweiklassengesellschaft am Mittagstisch«

Ökologische Standards verbessern sich nur durch Druck auf Industrie und Politik. Ein Gespräch mit Michael Kopatz

Gitta Düperthal

Bei einer Konferenz zum sozial-ökologischen Umbau in Essen am 28. Januar werden Sie zum Thema Konsumkritik referieren. Mit Verzichtdebatten und dem moralischen Zeigefinger sei kaum etwas zu erreichen, sagen Sie – wie dann?

Mit Appellen an Konsumenten klappt kein sozial-ökologischer Umbau. Wir brauchen veränderte Rahmenbedingungen, neue Standards und Limits. Beispiel: Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und die Verbraucherzentralen haben umfassende Kampagnenarbeit geleistet, um einen sparsameren Umgang mit Energie zu erreichen. Um Elektrogeräte wie Fernseher oder Videogeräte so zu produzieren, dass sie nur ein halbes Watt im Leerlauf verbrauchen. Die europäische Kommission hatte vor acht Jahren eine entsprechende Verordnung erlassen. Wäre alles beim alten geblieben, hätten wir allein für den Standby-Betrieb noch bis zu 15 Kohlekraftwerke gebraucht. Die Menschen brauchten dafür ihr Verhalten gar nicht zu ändern. Standards verbessern sich, oh...

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