20.12.2016 / Inland / Seite 5

Leben am Limit

Widersprüche, Klagen und Überbrückungshilfe: Verein »Sanktionsfrei« unterstützt Hartz-IV-Bezieher

Susan Bonath

Alle Jahre wieder zu Weihnachten: Einem Ablasshandel gleich üben sich Tafeln, Prominente, Kirchenmänner und Politiker in karitativer Wohltätigkeit. Speisung von Obdachlosen, Päckchen für arme Kinder und viele gute Worte werden öffentlich zelebriert. Worüber die Wohltäter schweigen: Das repressive Hartz-IV-System produziert die Existenznot: Leistungsbeziehern, die nicht spuren, wird die magere Grundsicherung gekürzt oder gestrichen. Der Verein »Sanktionsfrei« will ihnen helfen. Seit Oktober ist dessen Plattform online.

Inzwischen gebe es täglich 20 bis 30 Anfragen, sagte Mitstreiterin Inge Hannemann, die für die Partei Die Linke in der Hamburger Bürgerschaft sitzt, am Montag im Gespräch mit junge Welt. Viele wünschten sich Beratung, weil sie die Sanktionsbescheide nicht verstünden. »Wir vermitteln sie an unsere Anwälte weiter«, so Hannemann. Die Angst bei Betroffenen, gegen Strafen vorzugehen, sei weiterhin groß, resümierte sie. Und: »Wir registrieren, ...

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