24.12.2016 / Feuilleton / Seite 10

Als die Masse in die Irre ging

Eine grundsolide Biographie über Erich Honecker in jungen Jahren

Detlef Nakath

Wer war Erich Honecker? Es wäre nicht verwunderlich, würden Zwanzigjährige diese Frage heute mit einem Achselzucken beantworten. »Die DDR hat es nie gegeben!« war unmittelbar nach dem Abriss des Palasts der Republik auf einem großflächigen Graffito an der Spree zu lesen. Und obwohl Honecker diese DDR in ihren letzten beiden Jahrzehnten wie kein zweiter politisch geprägt hat, wird sein Lebensweg in Schulunterricht und Medien kaum behandelt. Höchste Zeit also für eine wissenschaftliche Biographie des früheren »Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR«. Vorgelegt hat sie Martin Sabrow, Professor für Neueste Geschichte an der Berliner Humboldt-Uni und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam, zweifellos einer der profiliertesten Zeithistoriker der Bundesrepublik.

Der umfangreiche Band schildert das Leben Honeckers von der Geburt am 25. August 1912 als Sohn eines Bergarbeiters im saarländischen Neunkirchen b...

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