16.12.2016 / Thema / Seite 12

West- oder Ostanbindung?

Die Militärintervention in Afghanistan führte die US-Armee und den IWF in die Staaten Zentralasiens. Damit konnte der Einfluss anderer Mächte zurückgedrängt werden. Doch Beijing und auch Moskau sind längst wieder präsent

David X. Noack

Als die westlichen Großmächte auf einer Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn im Dezember 2001 Hamid Karsai den Weg zum afghanischen Präsidentenamt ebneten, bedeutete dies den Beginn einer neoliberalen Wende in den zentralasiatischen Staaten Afghanistan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan. Bis zum Beginn der US-Militärintervention am Hindukusch hatten sich Organisationen, die für eine solche Politik stehen, wie der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Welthandelsorganisation (WTO), in dieser Region auf dem Rückzug befunden. Die Volksrepublik China dagegen konnte mit ihren Konzernen Geländegewinne verzeichnen. Doch die massive Militärpräsenz der NATO-Staaten sicherte westlichen Konzerne Zugang, Zugriff und Abtransport von Rohstoffen und führte zu einem Revival der IWF-Schockprogramme mit sozial katastrophalen Auswirkungen.

Die Staaten in Zentralasien gingen mit äußerst unterschiedlichen Voraussetzungen aus der Zeit der Systemkonfron...

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