05.12.2016 / Titel / Seite 1

Die Revolution lebt

Abschied von Fidel Castro in Santiago de Cuba. Der frühere Staatschef wandte sich vor seinem Tod gegen »Personenkult«

Volker Hermsdorf

Mit einer schlichten Zeremonie ist die Asche des Comandante en Jefe der kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz, am Sonntag um sieben Uhr früh (Ortszeit) in Santiago de Cuba bestattet worden. Der Politiker war am 25. November im Alter von 90 Jahren verstorben. Die Urne wurde im Kreis von Familienangehörigen, engen Freunden, Kampfgefährten und ausgewählten Gästen auf dem Santa-Ifigenia-Friedhof, auf dem sich auch das Grab des kubanischen Nationalhelden José Martí (1853–1895) befindet, beigesetzt. Am Eingang des Friedhofs standen Tausende Menschen. Viele riefen »Es lebe Fidel«, als der Jeep mit der Urne eintraf. In den Tagen zuvor hatten Hunderttausende Bürger die Straßen gesäumt, auf denen die Urne – eingehüllt in eine Nationalfahne und mit weißen Blumen umrahmt – quer durchs Land von Havanna aus gebracht worden war. Am Sonntag um Mitternacht endete die neuntägige Staatstrauer.

Am Sonnabend hatte der Konvoi zunächst an der Moncada-Kaserne von Santiago de C...

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