09.11.2016 / Ansichten / Seite 8

Ende von Demokratie

Die USA und der 9. November 1989

Arnold Schölzel

Der US-Autor Francis Fukuyama verkündete nach dem Zerfall der Sowjetunion 1992 das »Ende der Geschichte«. Bis dahin galt dieses »Posthistoire« als ideologischer Ladenhüter des feudalen Konservatismus nach 1789. Als »Untergang des Abendlandes« wurde es nach dem Ersten Weltkrieg populär und eine Komponente beim Aufstieg des deutschen Faschismus. Fukuyama missverstand seine Version als fortschrittlich. Für ihn war »Ende der Geschichte« Resultat der Entwicklung politischer Systeme hin zur »liberalen Demokratie«. Sie sei nach dem Sieg über den Faschismus 1945 und der Überwindung des Kommunismus am 9. November 1989, dem Tag der DDR-Grenzöffnung, als einzige noch attraktiv.

Der Mann hat sich nicht geirrt, allerdings in einem anderen Sinn, als er dachte. Nicht nur ist jeder US-Präsidentschaftswahlkampf eine Gefahr für den Weltfrieden, wie eine Formel von Diplomaten sozialistischer Staaten im Kalten Krieg lautete, es sind die Eigentums- und Machtverh...

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