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24.10.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Mongolischer Alptraum

Wachsendes Etatdefizit, Auslandsverschuldung, Umweltschäden: Nach kurzem Höhenflug erlebt der rohstoffreiche Agrarstaat einen dramatischen Wirtschaftseinbruch

Raoul Rigault

Die Mongolei wird ein neuer »Tigerstaat«, ähnlich wie Südkorea, Taiwan oder Indonesien. Da waren sich bürgerliche Beobachter noch vor wenigen Jahren sicher. Das Land hatte sich 1990 vom Sozialismus verabschiedet und danach Schritt für Schritt auf Privatisierung und Marktwirtschaft gesetzt. Nach Anlaufschwierigkeiten schien die Weissagung Wirklichkeit zu werden. 2011 war der riesige, dünn besiedelte Flächenstaat mit einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 17,5 Prozent »Wachstumsweltmeister«. Auch in den beiden Folgejahren kam man auf zweistellige Werte, dann jedoch ging es steil bergab. Nach mageren 2,4 Prozent im Vorjahr wird für 2016 nur noch ein Plus von 0,4 Prozent erwartet und der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) zufolge wird sich die Lage 2017 nicht bessern.

Rasant abwärts

Hauptursachen für den Absturz sind der Einbruch der Rohstoffpreise und das deutlich verlangsamte Entwicklungstempo beim Haupthandelspartner China. Die mongolische Öko...

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