24.10.2016 / Ausland / Seite 6

Ersatzgefecht ums Essen

Marokko und Algerien streiten um Couscous und Raï-Musik. Im Hintergrund steht der Westsahara-Konflikt

Gerrit Hoekman

In manchen Familien gibt es am Mittagstisch zuweilen Streit um das beste Stück vom Sonntagsbraten. Normal. Eher ungewöhnlich ist es aber, wenn sich zwei Staaten übers Essen in die Haare kriegen, wie gerade Algerien und Marokko. Es geht um das nordafrikanische Traditionsgericht Couscous. Oder besser gesagt darum, wer es erfunden hat und sich dessen rühmen darf. Wie die niederländische Tageszeitung De Limburger letzte Woche berichtete, will Algerien die in Nordafrika äußerst beliebte Sättigungsbeilage als Beitrag zum Weltkulturerbe registrieren lassen. Sehr zum Unmut Marokkos, das Couscous als sein eigenes Vermächtnis betrachtet.

Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern sind seit Jahrzehnten wegen des Konflikts um die Westsahara schwer belastet. Marokko beansprucht das einst von Spanien kolonisierte Gebiet, von dem es seit 1975 weite Teile besetzt hält, für sich, Algerien unterstützt politisch und mit Geld die Befreiungsbewegung Frente Polisario, d...

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