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18.10.2016 / Feuilleton / Seite 11

Das Los der Demokratie

David Van Reybrouck rehabilitiert die Lotterie als politisches Verfahren

Thomas Wagner

Wenn heute vom Losen die Rede ist, dann meist in Zusammenhang mit Glücksspielbuden, wie sie auf dem Rummel anzutreffen sind – oder mit der Fernsehlotterie. Von der Politik erscheint dieses Verfahren der Zufallsauswahl denkbar weit entfernt. Dabei handelte es sich einst um eine gebräuchliche Methode, mit der in Demokratien politische Ämter besetzt wurden.

Mit seinem Buch »Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist«, will der belgische Historiker David Van Reybrouck das Losen als Mittel der Politik rehabilitieren. Ideengeschichtlich befindet er sich damit in guter Gesellschaft. Für Aristoteles war das Losen ein demokratisches Verfahren, die Wahl in ein Amt hingegen ein oligarchisches. Montesquieu und Rousseau sahen es rund 2.000 Jahre später noch genauso.

Im Athen der klassischen Zeit, also vom späten 6. bis zum Ende des 4. Jahrhunderts v.u.Z., wurden Verfahren ersonnen, um die politische Macht begüterter Familien zu begrenzen. Man setzte eigens k...

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