11.10.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Petrobras steigt aus

Fabrik wird geschlossen, Kleinbauern gehen leer aus: Das Geschäft mit dem Biodiesel erwies sich für den Staatskonzern als Flop

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

Kritiker der Verwendung von Biosprit haben Grund zur Freude, betroffene Landwirte verlieren ihre Existenzgrundlage: Im vergangenen Monat kündigte Brasiliens teilprivatisierter staatlicher Erdöl- und Energieriese Petrobras den Ausstieg aus der Produktion des umstrittenen Treibstoffes aus nachwachsenden Rohstoffen an. Nun wird der Konzern eine erste seiner fünf Fabriken zur Herstellung von Biodiesel zum 1. November dichtmachen, da sie nur Verluste einfuhr: Die zur Verarbeitung von des Öls vom sogenannten Wunderbaum (Rizinus) errichtete Fabrik Quixadá im Nordostbundesstaat Ceará.

Fast genau vor acht Jahren, im August 2008, hatte Brasiliens damaliger Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva die rund 20 Millionen Euro teure, mitten in die Caatinga-Waldregion Cearás hineingebaute Biodieselfabrik mit viel Pomp und großen Hoffnungen eingeweiht. Das auch mit deutschen Steuergeldern und Agrartechnikern der »Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit« – die heute De...

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