28.09.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Bleibt in den Kasernen!«

Fritz Streletz, Generaloberst der NVA, hat sich für die Gewaltlosigkeit im Herbst 1989 eingesetzt. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag

Egon Krenz

»Der Mann ist gut, wirklich gut.« So stand es am 9. Juni 1989 in der Süddeutschen Zeitung. Bundestagsabgeordnete der SPD, die wie ich Gast des damaligen Ministerpräsident Oskar Lafontaine der »Saarbrücker Gespräche« über Gemeinsamkeiten von SED und SPD in der Friedenspolitik waren, priesen einen Mann, der nach bundesdeutschen Gesetzen eigentlich ihr Feind hätte sein sollen. Gemeint war Fritz Streletz, Generaloberst der Nationalen Volksarmee der DDR und Stellvertreter von Verteidigungsminister Heinz Keßler, seit 1971 Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates der DDR und damit direkt Erich Honecker unterstellt.

Zum ersten Mal seit Bestehen der beiden deutschen Staaten war ein DDR-General in seiner Uniform in die Bundesrepublik eingereist. Lafontaine hatte auch den Bundesverteidigungsminister (CDU) eingeladen. Doch der kniff. Ihm fehlte das Mandat, über das Streletz für die DDR und als Mitglied des Militärrates des Vereinten Oberkommandos des Warschauer ...

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