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24.09.2016 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Vernichtung ohne Grenzen

1957 protestierten 18 westdeutsche Wissenschaftler gegen die geplante atomare Bewaffnung der Bundeswehr. Seit dem NATO-Gipfel im Juli ist das Thema wieder brennend aktuell

Am 12. April 1957 wandten sich 18 Atomforscher aus der Bundesrepublik, darunter die Nobelpreisträger Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg, in der »Göttinger Erklärung« (auch »Göttinger Manifest«) gegen die damals von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) angestrebte Aufrüstung der 1956 in Dienst gestellten Bundeswehr mit Atomwaffen. Die Wissenschaftler setzten sich ausdrücklich für die friedliche Verwendung der Atomenergie ein. Unmittelbarer Anlass für die Erklärung war eine Äußerung Adenauers vor der Presse am 5. April 1957, in der er taktische Atomwaffen lediglich eine »Weiterentwicklung der Artillerie« nannte und forderte, auch die Bundeswehr müsse mit diesen »beinahe normalen Waffen« ausgerüstet werden. Das Manifest lieferte den Anstoß für die außerparlamentarische Bewegung »Kampf dem Atomtod«, die zum Vorläufer von Ostermarschbewegung, der Studentenrevolte gegen den Vietnamkrieg der USA in den 60e...

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