29.08.2016 / Feuilleton / Seite 10

Das Ich bewahren

Nie versiegende Neugier, erstaunliches Talent zur Freundschaft: Nachruf auf den ­österreichischen Dichter und Kommunisten Gregor M. Lepka

Florian Neuner

Seinen 80. Geburtstag konnte er vor kurzem noch feiern – er, der nie davon ausgegangen war, einmal so alt zu werden. Gregor M. Lepka, der 1936 in Salzburg geborene Schriftsteller, konnte sich als junger Mann aber ebensowenig vorstellen, dass sich die Weltlage während seiner Lebensspanne derart zum Desaströsen hin entwickeln und dass er das Scheitern all seiner Hoffnungen auf politische Veränderung erleben würde. Beirren oder gar abbringen von seiner sozialistischen Überzeugung ließ Lepka sich dennoch nicht. 1991 veröffentlichte er ein Gedicht mit dem Titel »Wende«: »Wenn alles sich ändert / wäre es an der Zeit / gleich zu bleiben. / Wenn alle denken, / die Vernunft / gepachtet zu haben, / sei man der letzte Verrückte.«

Als ich Lepka kennenlernte, war er Mitte 50 und hatte gerade sein erstes Buch veröffentlicht. Geschrieben und in Literaturzeitschriften publiziert hatte er freilich schon seit den fünfziger Jahren, und die literarische Produktion brach auch...

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