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23.08.2016 / Feuilleton / Seite 10

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Isabelle Huppert im einfühlsamen Filmdrama »Alles was kommt«

André Weikard

Manchmal im Leben stürzt die Welt an beiden Enden ein. Oder wie Shakespeare es seinen Hamlet sagen lässt: »Ein Unheil tritt dem anderen auf die Fersen, so dicht folgen sie.« Frankreichs jüngstes Regietalent, Mia Hansen-Løve, gerade einmal 35, schickt ihre Hauptdarstellerin Isabelle Huppert in so eine Lage. Nathalie, eine Philosophielehrerin um die 60, erlebt die zunehmende Demenz ihrer Mutter, wird von ihrem Mann betrogen und verlassen, der Schulbuchverlag, für den sie gearbeitet hat, stellt ihr Lehrbuch ein mit der Begründung, man wolle es moderner, »menschlicher machen«. Ihren streikenden Schülern, die gegen Sarkozys Reformen auf die Straße gehen, ruft sie zu: »Politik interessiert mich nicht. Ich habe das hinter mir.« Drinnen, im Klassenzimmer, im Elfenbeinturm, lässt sie Rousseau diskutieren: »Gäbe es ein Volk von Göttern, so würde es sich demokratisch regieren. Eine so vollkommene Regierung passt für uns Menschen nicht.«

Es ist eine Paraderolle für Is...

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