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02.08.2016 / Ausland / Seite 6

Schatten des Staatsstreichs

Paraguay: Vier Jahre nach Putsch gegen Präsident Lugo müssen elf Bauern ins Gefängnis

Johannes Wilm

Vier Jahre ist es her, dass in Paraguay der demokratisch gewählte Präsident Fernando Lugo durch einen parlamentarischen Putsch abgesetzt wurde. Noch immer ist das Land davon gezeichnet, noch immer herrscht Unklarheit über die Umstände des Staatsstreiches. Während Lugo und seine Anhänger eine neue Chance sehen, an die Macht zu kommen, wurden im Juli elf landlose Bauern, die in Verbindung mit dem Coup stehen, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der Staatsstreich in Paraguay 2012 lief nach einem ähnlichen Schema wie 2009 in Honduras ab: Ein linker Präsident mit Verbindungen zur venezolanischen Regierung und mit relativ schwacher Unterstützung in der Bevölkerung wird durch einen institutionellen Putsch einige Monaten vor den regulären Wahlen abgesetzt. Eine Expertenregierung übernimmt die Geschäfte und leitet die geplante Abstimmung, aus der eine neoliberale Partei als Siegerin hervorgeht, die formal nicht mit dem Putsch in Verbindung gebracht werden k...

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