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05.07.2016 / Feuilleton / Seite 11

Krys ist tot

Hans Jürgen Krysmanski war ein großer Soziologe und Herrschaftskritiker

Bernd Drücke

Carl Schmitt, der reaktionäre Befürworter des staatlichen Ausnahmezustands, schrieb 1953: »Elite sind diejenigen, deren Soziologie keiner zu schreiben wagt.« Keiner? Nein! Es gibt einige wenige. Einer, der einen großen Teil seines akademischen Lebens damit verbracht hat, die Geschichte der Machteliten zu erforschen, war der Soziologe Hans Jürgen Krysmanski, der am 9. Juni im Alter von 80 Jahren gestorben ist.

»Die wahre Machtelite, die Superreichen, die sich Politiker kaufen können, das sind eher 0,01 Prozent«, so Krysmanski, – die 0,1 Prozent im Titel seines 2012 erschienenen Buches »0,1 % – Das Imperium der Milliardäre«, waren eine Idee des Verlages. Krysmanski war als linker Kapitalismuskritiker und Professor für Soziologie an der Universität in Münster eine herausragende Persönlichkeit. Während ihn der Stern und andere als »Reichtumsforscher« titulierten, verstand er sich selbst als Macht- und Herrschaftsforscher.

Geboren 1935 in Berlin, erlebte Krysman...

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