29.06.2016 / Thema / Seite 12

Schatten der Vergangenheit

Die US-amerikanische Eliteuniversität von Georgetown, Washington D. C. handelte mit Sklaven. Das war lange ­verschwiegen worden

Jürgen Heiser

In Spokane im US-Westküstenstaat Washington fand am Montag, dem 13. Juni, ein Treffen zweier Personen statt, die ein 178 Jahre zurückliegendes Ereignis zusammenführte. In der Stadtbibliothek des Ortes reichten sich Patricia Bayonne-Johnson und John J. DeGioia die Hände. Was die New York Times dazu bewog, ihre privat gehaltene Begegnung dennoch als »historisch« hervorzuheben, war die weit zurückliegende Geschichte ihrer Vorfahren bzw. seiner Vorgänger. Bayonne-Johnson ist eine Ururur-Enkelin des afroamerikanischen Sklavenpaares Nace und Biby Butler, die 1838 von Jesuiten der katholischen Georgetown University zusammen mit 270 weiteren Sklaven verkauft wurden, um mit dem Erlös die Hochschule vor dem Bankrott zu bewahren. DeGioia ist seit 2001 der 48. Präsident der im noblen Stadtteil Georgetown der US-Hauptstadt Washington D. C. ansässigen Eliteuniversität. Mit seiner Reise nach Spokane vollzog er den ersten Schritt zu einer noch nicht näher definierten Wi...

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