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15.06.2016 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Feudalismus

Jakob Renard

Die gesellschaftlichen Ungleichheiten, die ein vollends enthemmter Finanzmarktkapitalismus hervorbringt, der Luxus einiger Superreicher in irgendeinem Paralleluniversum auf der einen, Not, Elend und Hunger der Habenichtse auf großen Teilen des Planeten auf der anderen Seite, sind so empörend und infam, dass es schwerfällt, diesen Skandal angemessen auf den Begriff zu bringen. Hin und wieder findet sich aus Verlegenheit der Rückgriff auf Bezeichnungen einer vergangenen Gesellschaftsformation. Angesichts der Nachricht, dass 62 Milliardäre zusammen genausoviel Vermögen besitzen wie die 3,5 Milliarden ärmsten Menschen, war hie und da von Neofeudalismus bzw. von einer Refeudalisierung der Gesellschaft die Rede. Bevor nun beurteilt werden kann, ob derlei Namen taugen, wird zu klären sein, was das ist – Feudalismus.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen »feudum« ab, was gemeinhin mit Lehen übersetzt wird. Unter Lehen verstand man eine Sache (Grundstück, Gu...

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