15.06.2016 / Ausland / Seite 6

Kenia will Dadaab räumen

350.000 somalischen Flüchtlingen droht Vertreibung aus größtem Lagerkomplex der Welt

Knut Mellenthin

Die Vereinten Nationen haben Kenia zu mehr Flexibilität bei der geplanten Auflösung des Flüchtlingslagers Dadaab aufgefordert. Der von der Regierung in Nairobi angestrebte Termin im November sei zeitlich nicht realisierbar, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR), Filippo Grandi, am Montag während einer Pressekonferenz in der kenianischen Hauptstadt. Jeder verstehe, dass die Probleme nur schrittweise zu lösen seien.

In Dadaab befindet sich der größte Lagerkomplex der Welt. Bewohnt wird er fast ausschließlich von Flüchtlingen aus dem benachbarten Somalia. Der seit 1991 anhaltende Bürgerkrieg dort und mehrere große Dürrekatastrophen zwangen sie zum Verlassen der Heimat. Ihre Zahl wird auf 350.000 bis 500.000 geschätzt. Die kenianische Regierung hatte Mitte Mai angekündigt, Dadaab innerhalb eines Jahres aufzulösen und die dort lebenden Menschen nötigenfalls selbst mit Bussen und Lastkraftwagen über die Grenze zu transportieren, falls die internatio...

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