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01.06.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Weltpolitischer Machtanspruch

Vor 20 Jahren marschierte die BRD in Jugoslawien in ihren ersten Krieg. Heute will sie international »Führung übernehmen«

Jörg Kronauer

Die Karawane ist angekommen. »Aufgrund seiner wirtschaftlichen, politischen und militärischen Bedeutung« stehe Deutschland »in der Verantwortung«, »die globale Ordnung aktiv mitzugestalten«: Das behauptet wörtlich die jüngste Entwurfsfassung des neuen Weißbuchs der Bundeswehr, das die Bundesregierung noch vor der diesjährigen Sommerpause verabschieden will. Schwarz auf weiß: Der deutschen Außenpolitik geht es um nichts Geringeres als um eine aktive Einflussnahme auf die Weltordnung, um nichts anderes als eine globale Machtpolitik also. Wer die deutsche Außenpolitik in den letzten Jahren aufmerksam beobachtet hat, den kann das nicht wirklich überraschen; aber dennoch lässt die Formulierung eines erkennen: Das deutsche Politestablishment fühlt sich inzwischen stark genug, seinen weltpolitischen Machtanspruch in aller Offenheit zu formulieren.

Den Weg, den die Bundesrepublik in den vergangenen Jahren außenpolitisch zurückgelegt hat und der sich nun im neu...

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