21.05.2016 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Bedrohtes Menschheitserbe

Ein Besuch im antiken Hasankeyf in der Türkei, das dem Ilisu-Staudamm geopfert werden soll

Florence Hervé

An diesem strahlenden Aprilsonntag ist Frühlingsstimmung in Hasankeyf. Frauen in bunten Kleidern, manche mit offenem Haar, andere mit Kopftüchern, schlendern durch die Altstadtgassen. Fischer stopfen ihre Netze, Familien picknicken fröhlich am Tigris. Von der neueren Brücke im Talkessel schauen Menschen auf 900 Jahre alte Pfeiler des Vorgängerbaus im Wasser, auf grüne Hügel und hohe ockerfarbene Felsen. Auf der Wiese zwischen den Steinen der mittelalterlichen Zitadelle spielen Jugendliche persische Musik. Und im Garten des Gästehauses Hasbahce, was so viel heißt wie Hasans Garten oder Garten der Festung, herrscht ein buntes Treiben – Kinder spielen Versteck, Hühner und Gänse, Truthähne und Schafe laufen zwischen den Tischen umher. Unter den Granatapfel- und Feigenbäumen erzählen kurdische und arabische Frauen und Männer Geschichten vom Tigris – nach dem Alten Testament einer der vier Flüsse, die den Garten Eden bewässern. Mesopotamien gilt als die Wiege ...

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