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17.05.2016 / Thema / Seite 12

Ohne Sündenbock

Vor 50 Jahren begann die chinesische Kulturrevolution. (Teil II und Schluss) »Größter Rückschlag« und »schwerste Verluste«: So ­bewertete die KPCh später die Geschehnisse. Sie vermied allerdings die Ächtung MaosVon

Hannes A. Fellner

Anfang 1967 intensivierten die Maoisten die Angriffe auf Liu Shaoqi und Deng Xiaoping. Beide wurden in Großschriftwandzeitungen in der Umgebung ihrer Privatwohnungen am Gelände des Zentralkomitees angegriffen und ihre Familien von »Roten Garden« schikaniert. Im April musste Liu Shaoqi auf Anweisung des Zentralkomitees eine Selbstkritik verfassen und sich einem rotgardistischen Tribunal einer Hochschule stellen. Im Juli 1967 wurde er von »Rebellen« verhaftet und wie Deng Xiaoping unter Hausarrest gestellt. Beide wurden aller ihrer Ämter enthoben. Während Liu 1968 »auf ewig« aus der Partei ausgeschlossen wurde und im Jahr darauf verstarb, wurde Deng, dem ein Ausschluss – wahrscheinlich aufgrund der schützenden Hand Maos – erspart blieb, verbannt.

Das durch »Rote Garden« und »Rebellen« ausgelöste Chaos nutzte die Riege um Mao, um neue Machtorgane zu schaffen. In Schanghai etwa wurde die alte Parteiorganisation Anfang 1967 gestürzt und durch ein »Revolutionsko...

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