30.04.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Wer Armut sehen will, der kann sie sehen«

Gespräch mit Ulrich Schneider. Über den Rechtsruck in der Bundesrepublik, das Versagen der Sozialdemokratie und über den Kampf für soziale Gerechtigkeit

Markus Bernhardt

Schon seit Monaten debattiert die Politik darüber, wie die aktuelle »Flüchtlingskrise« zu meistern ist. Wie schätzen Sie die aktuellen Herausforderungen ein? Ist es überhaupt zutreffend, von einer Krise zu sprechen?

Ich glaube nicht, dass wir eine »Flüchtlingskrise« haben. Wir haben in Deutschland vielmehr eine Krise, was den politischen Umgang mit der aktuellen Situation anbelangt. Was wir im letzten halben Jahr erlebt haben und noch erleben, grenzt fast schon an Politikverweigerung. Wir haben weiterhin mancherorts offensichtlich eine Krise des Managements. Was wir z. B. in der Bundeshauptstadt erlebten, Stichwort Lageso, ist solch eine Managementkrise.
Was die Flüchtlinge anbelangt, müssen wir einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Wir sprechen von rund einer Million Menschen, bei über 80 Millionen Einwohnern, die wir haben. Faktisch ist es so, dass die meisten Bundesbürger überhaupt keinen Kontakt zu Flüchtlingen haben. Das Problem spielt sich maßgebli...

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