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30.04.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Zwei Generationen Paulmann

Karrieren in Nazideutschland und unter Pinochets Militärjunta

Michael Merz

Ein »honoriger, angenehmer, durchsetzungsstarker Mensch« sei Horst Paulmann. So charakterisierte Rolf Poppe den milliardenschweren Deutsch-Chilenen laut Hessischer/Niedersächsischer Allgemeine (HNA). Es stand für den früheren Lions-Club-Präsidenten außer Frage, Paulmann 2012 zum gesellschaftlichen Großereignis Kassels, dem »Brüder-Grimm-Mahl« einzuladen. Der verlorene Sohn der Stadt sollte heimkehren und einen Vortrag halten. Berichte über die Verwicklungen Paulmanns in die »Colonia Dignidad« tat Poppe als nicht überprüfbar ab. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kündigte in dieser Woche die Öffnung aller Akten des Auswärtigen Amtes zu dieser Foltersekte an. Interessant wird sein, ob sich Paulmanns Name in den Papieren wiederfindet.

Horst Paulmann wurde 1935 in Kassel geboren. Hier war sein Vater, Werner Paulmann, seit 1942 Chef des SS- und Polizeigerichts. Der Jurist war ein kinderreicher Karrierenazi. In einem Brief an einen SS-Obersturmbannführ...

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