27.04.2016 / Feuilleton / Seite 11

Interessante Gesichter

Nach Maßgaben der Punkästhetik: Mit Titos Mumie bereisen zwei Comiczeichner den Balkan

Alexander Reich

Divide et impera« bedeutet für die Beherrschten, dass sie sich gegeneinander ausspielen lassen. So mancher Jugoslawe versprach sich von der Zerschlagung seines Vielvölkerstaates sagenhafte individuelle Freiheiten. Und sollte sich noch umgucken, sofern er dafür nicht vom Chauvinismus zu besoffen war, und sich gerade mal nicht nach der Möhre streckte, die dem Esel vor die Nase gehalten wird.

Einzigartig ist das alles nicht. Eher ist ganz Konzerneuropa normiert bis rauf nach Schweden. Ganz Europa? Nein! Max Andersson (geb. in Lappland) und Lars Sjunnesson (Malmö) haben auf der Suche nach Widerstandsnestern Jugoslawiens Nachfolgestaaten bereist. Sie hatten die Mumie von General Josip Broz Tito im Gepäck. Und sind fündig geworden.

Wie sie zu Titos Mumie kamen, ist ihrem Comic »Bosnian Flat Dog« zu entnehmen, der 2004 bei Reprodukt erschien: ein glücklicher Zufall, sie klemmte in einem Kühlschrank in Sarajevo. Bevor die Zeichner sich im Roadmovie »Tito on ice« mi...

Artikel-Länge: 4970 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe