11.04.2016 / Feuilleton / Seite 10

Vom Grut- zum Craft-Bier

Geschichte und nähere Zukunft der Braukunst werden am Mannheimer Landesmuseum präsentiert. Anlass ist das 500. Jubiläum des Reinheitsgebots

Hans Dölzer

Kann man Bier ideologisch einfärben? Wahrscheinlich, wenn man es darauf anlegt. Dieser Versuchung hat das große Mannheimer Landesmuseum für Technik und Arbeit glücklicherweise widerstanden. Die aktuelle Sonderausstellung »Bier, Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot« verhandelt mit der gebotenen Sachlichkeit den Inhalt des Humpen. Anders als bei früheren Ausstellungen des Hauses, »Unser täglich Brot« und »Geschichte der Arbeiterbewegung« (jW berichtete), kommt diese ohne handelsübliche Scheuklappen aus.

Der gegorene Getreidesaft ist eines der ältesten Getränke der Menschheit. Er wurde 1516 in Bayern mit dem sogenannten Reinheitsgebot belegt, das später andere Länder im deutschsprachigen Raum übernahmen. Hintergrund war dabei erst in zweiter Linie die Qualitätssicherung; hauptsächlich sollten die regionalen Brauereien vor Konkurrenz aus dem Norden geschützt werden, wo durchaus wohlschmeckendes und bekömmliches »Grutbier« (Kräuterbier) produziert w...

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