08.04.2016 / Inland / Seite 5

Malochen bei Amazon macht krank

ver.di-Streiks zum Weltgesundheitstag. Arbeitsgericht verbietet Ausstand auf Betriebsgelände

Jana Frielinghaus

Einmal mehr haben am Donnerstag Beschäftigte an sechs von neun deutschen Standorten des Onlinehändlers Amazon gestreikt. Anlass für die von der Gewerkschaft ver. di koordinierten Aktionen war in diesem Fall der Weltgesundheitstag. Er bot Gelegenheit, insbesondere auf Arbeitsdruck, Hetze und Überwachung in den Logistikzentren des Konzerns aufmerksam zu machen – und darauf, dass ein Tarifvertrag ein wirksames Gegenmittel sein könnte.

Stefanie Nutzenberger vom ver.di-Bundesvorstand warf Amazon am Donnerstag erneut vor, die Gesundheit der Mitarbeiter durch Schikanen zu gefährden. Folgerichtig lägen die Krankenstände permanent bei 15 Prozent. Das sei deutlich höher als in vergleichbaren Betrieben, so Nutzenberger in einer Presseerklärung. Entgegen aller »wohlklingenden Verlautbarungen« gehe das Unternehmen die Probleme bisher nicht an. Beschäftigte berichteten statt dessen immer wieder, dass Hinweise für konkrete Lösungen ignoriert oder länger erkrankte Beschäf...

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