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19.03.2016 / Feuilleton / Seite 11

Abschaffung der Vernunft

Das Georg-Lukács-Archiv in Budapest soll geschlossen werden. Es gibt eine Protestpetition

Matthias Krauß

Im Windschatten großer politischer Aufregung werden oft scheinbar kleine Dinge geräuschlos erledigt. Gebannt verfolgt Europa das Tauziehen zwischen Angela Merkel und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán, dem Anführer der »Abtrünnigen« nicht nur in der Flüchtlingsfrage. Da mag die Gelegenheit günstig erscheinen, einen wichtigen geistespolitischen Schnitt zu machen. Vor einigen Tagen hat das Philosophische Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften die Schließung des Georg-Lukács-Archivs in Budapest angekündigt. Der jüngste ungarische Beitrag zu einem Prozess, der in der gesamten ehemals sozialistischen Welt vorangetrieben wird. Sein Ziel ist es, die Erinnerung an diese Vergangenheit aus dem Gedächtnis der Nationen zu streichen. Nicht im gesellschaftlichen Bewusstsein verbleiben sollen Erfolge, Ideenkämpfe, geistige und politische Angebote und Resultate, gerade wenn sie enorm produktiv waren. In Deutschland heißt dieser Vorgang »Aufarbeitung«.

Der B...

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