16.01.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die kubanische Revolution bleibt wachsam«

Gespräch mit Gerardo Hernández. Über sein Leben nach der Freilassung aus der US-Gefangenschaft, Umsturzversuche des Westens in Kuba und die Bedeutung ­internationaler Solidarität für den politischen Kampf

Volker Hermsdorf

Gerardo, Sie sind seit etwas mehr als einem Jahr wieder in Kuba – bei der Familie, den Freunden und Genossen. Wie geht es Ihnen heute, nach einem Jahr in Freiheit?

Uns allen geht es gut. Unser Leben hat sich in kurzer Zeit total verändert. Antonio, Ramón und ich, die wir als letzte zurückgekehrt sind, haben das am drastischsten erlebt. Es dauerte ja nur wenige Stunden von unserer Entlassung aus dem Gefängnis bis zu unserem überwältigenden Empfang in Kuba. Der Kontrast konnte größer kaum sein. Dann folgte ein Jahr mit vielen Aktivitäten. Wir waren im ganzen Land unterwegs, um unserer Bevölkerung für die Solidarität zu danken. Danach gab es viele Einladungen aus dem Ausland. Und natürlich haben wir uns auch mit Familienangehörigen getroffen, von denen wir die jüngeren wegen unserer Inhaftierung ja noch gar nicht hatten kennenlernen können. Für mich persönlich war das glücklichste Ereignis, 20 Tage nach meiner Rückkehr die Geburt unserer Tochter Gema mite...

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