21.02.2002 / Thema / Seite 0

Keine Kapitulation vor dem Freund

Eine Nachlese Ost zur Berufsverbotskonferenz in Hamburg

Wolfgang Richter

Etwas ratlos halte ich die Presseerklärung, die nach Abschluß der Konferenz über Berufsverbote vom 9./10. Februar in Hamburg verbreitet wurde, in der Hand. Ich lese, daß man »die Geschichte der Berufsverbote und der Repressionen im ›kalten Krieg‹ und in der Zeit danach wirklich politisch, historisch, juristisch und moralisch aufzuarbeiten« habe. Was soll wohl das »wirklich«? Dazu gehöre auch »die Verquickung und Verflechtung mit der Tätigkeit der Stasi vor 1989 im Osten und der ›Abwicklung‹ nach 1989«. Der Akzent ist deutlich. Man nimmt an, die Berufsverbote im Osten seien irgendwie verständlich, wenn nicht gar berechtigt, weil durch eine »Verquickung und Verflechtung« mit der Staatssicherheit begründet, und hat nun »Bauchschmerzen«, sich mit derartigen Opfern zu solidarisieren.

Insofern geht man auch gewiß nicht fehl, wenn man annimmt, daß der nach 30 Jahren Radikalenerlaß von der PDS im Bundestag eingebrachte Antrag eines Be...

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