07.12.2015 / Thema / Seite 12

Politik des Massenmords

Vor 40 Jahren überfiel der indonesische Diktator Suharto mit US-Duldung Osttimor. Nach Rücktritt des Tyrannen und einem Unabhängigkeitsreferendum in der Kolonie richtete 1999 sein Militär dort erneut ein Blutbad an. Insgesamt starb ein Viertel der Bevölkerung

Rainer Werning

Selten genug kommt es vor, dass ein Lied als Fanal zu Widerstand und Aufstand diente. Doch am 25. April 1974 geschah in Portugals Hauptstadt Lissabon genau das, als kurz nach Mitternacht der katholische Sender Rádio Renascença das bis dahin verbotene Lied »Grândola, vila morena« (Grândola, braungebrannte Stadt) des Protestsängers José Afonso spielte. Im Text geht es um Solidarität und um einen schönen Ort, an dem endlich das Volk Ohnmacht überwindet, die Fesseln sprengt und über seine Geschicke bestimmt. Und just dieser Song war das Signal zum Zuschlagen für alle militärischen Einheiten, die sich zur »Bewegung der Streitkräfte« (MFA) bekannten. Ein Sammelbecken all jener Offiziere und einfachen Soldaten, die es satt hatten, noch länger unter der ältesten Diktatur Westeuropas, der Statthalter und verruchten Geheimdienstleute des faschistischen »Neuen Staates« sowie seines Gründers António de Oliveira Salazar, zu leben. Binnen weniger Stunden besetzten MFA...

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