Schwarzer Kanal
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11.11.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Philipp Müller: Der erste Tote

Bei Protesten gegen die Remilitarisierung Deutschlands wurde 1952 in Essen der Kommunist Phillipp Müller erschossen

Ezgi Güyildar

Sechzig Jahre Bundeswehr stehen gerade nach dem Ende des Kalten Krieges auch für viele Tote. So beim Massaker in Kundus am 4. September 2009, befohlen von einem deutschen Bundeswehroberst, bei dem mehr als 140 afghanische Zivilisten ermordet wurden. Aber auch die vielen getöteten, verstümmelten und traumatisierten Bundeswehrsoldaten im verlorenen NATO-Krieg am Hindukusch verweisen auf die Geschichte der Bundeswehr als Geschichte der Gewalt. Die Namen der Opfer bleiben in aller Regel unerwähnt.

Bei vielen vergessen ist der Name des ersten Opfers dieser gewaltsamen Geschichte der Bundeswehr, die begann, noch bevor die Armee 1955 aufgestellt wurde. Philipp Müller war ein junger Arbeiter, engagiert in der Bewegung gegen die Wiederbewaffnung, Mitglied der KPD und der FDJ. In Essen demonstrierte er am 11. Mai 1952 vor der Grugahalle und folgte dem Aufruf zur »Jugendkarawane« gegen die Aufstellung deutscher Streitkräfte, die wenige Stunden vor Beginn verboten wur...

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