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06.11.2015 / Feminismus / Seite 15

Mit aufrechtem Ja zum Nein

Zum 100. der Friedensaktivistin, Antifaschistin und SPD-Politikerin Alma Kettig

Ulrike Müller

Ich bleibe immer sitzen, wenn jemand den Hitlergruß zeigt.« Alma Kettig verweigerte sich schon während ihrer Ausbildungszeit jedem politischen Opportunismus. Nazizeit und Krieg hinterließen auch bei ihr und ihren Angehörigen schmerzhafte Spuren. Am 5. November 1915 wird sie im bergischen Barmen in eine politisch engagierte Familie hineingeboren. Schon als 14jährige engagiert sie sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend. 1931 tritt sie – gemeinsam mit ihrer Mutter – der gerade gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei bei, einer linken, marxistischen Abspaltung der SPD. Innerhalb der Familie dürfte es rege politische Debatten gegeben haben, denn Vater und Schwester blieben in der SPD, während ein Bruder Kommunist wurde. Eines aber verbindet alle Kettigs: der antifaschistische Widerstand, dem sich auch Alma ab 1933 anschließt.

Nach dem Ende der Nazizeit wird sie SPD-Mitglied und als solches Frauenreferentin im Bezirk Recklinghausen. Ab 1947 en...

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