Der Schwarze Kanal
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23.10.2015 / Feuilleton / Seite 10

Darf man den Nachbarn erschlagen?

Ein Fall von Ohnesorgtheaterisierung: Wladimir Kaminers Erfolgsbuch »Russendisko« als Bühnenstück am Theater Vorpommern

Anja Röhl

Mit der Kurzgeschichtensammlung »Russendisko« feierte Wladimir Kaminer 2000 seinen Durchbruch als Bestsellerautor. 2012 gab es den Spielfilm dazu. Und jetzt gibt es das auch als Theaterstück in Greifswald, das mit »Militärmusik« und »Die Reise nach Trulala« weitere Kaminer-Bücher verarbeitet hat.

»Russendisko« wird in der Regie von Thomas Roth am Theater Vorpommern als Einwandererfarce gespielt, allerdings nur mit wenig Bezug zu den gegenwärtigen Flüchtlingsströmen. Doch man erfährt etwas über die Schwierigkeiten der Migranten und Emigranten, wenn auch in verbrämt lustiger Form: In einem Fragebogen müssen sie ankreuzen, wie man in Deutschland frühstückt und wie man auf einen Streit mit dem Nachbarn zu reagieren hat – darf man ihn erschlagen?

Kaminer kam als sowjetischer Jude kurz nach dem Mauerfall nach Ostberlin, und er erhielt noch in der DDR Asyl und nach deren Beitritt zur BRD auch den deutschen Pass. Im Stück ist die Hauptfigur Wolodja (sehr witzig-n...

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