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12.09.2015 / Feuilleton / Seite 10

Vom Trocknen der Nudeln

Einsame Spitze, Herr Spitzenpolitiker: »Sex mit Gysi«, der Debütroman zum Abschied vom Fraktionsvorsitz

Alexander Reich

Der scheidende Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi hat nicht geklagt gegen die Behauptung, er föne nach jedem Schaumbad seine Körperbehaarung an Hals, Bauch und im Intimbereich. Es hätte Sarah Waterfelds Roman zu mehr Aufmerksamkeit verholfen. Der Spitzenpolitiker wird in dem Buch sehr in Anspruch genommen davon, die Spaltung seiner Partei zu verhindern. Wir schreiben 2012. Gysi feilt an der Rede für den Parteitag in Göttingen. Der Anfang ist gesetzt: »Staatssozialismus« – »Die Menschen wollten ihn nicht. Nein besser: Die Menschheit wollte ihn nicht als Alternative zum Kapitalismus.« (So hat er es tatsächlich gesagt.) Beim Redeschreiben berücksichtigt Gysi, an welcher Stelle sich die Kameras auf Lafontaine richten werden, dessen »Mundwinkel wie wild zucken würden«, und denkt sich seinen Teil: »Versuch’s doch mit der MLPD oder der DKP. Viel Spaß dabei.«

Mit einer guten Rede ist es nicht getan in diesem Sommer 2012, weiß Gysi, stöbert auf der Suche nach dem gr...

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