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24.08.2015 / Politisches Buch / Seite 15

Produktion in Eigenregie

Während der argentinischen Wirtschaftskrise wurde in vielen Fabriken ohne Chefs gearbeitet. Der Reportageband »Sin Patrón« zieht ein Fazit

Johannes Schulten

Die Utopie fasziniert noch immer: Arbeiter übernehmen im Betrieb die Kontrolle, schmeißen den Chef raus, produzieren eigenständig, ohne Rücksicht auf Renditeerwartungen von Investoren und anonymen Märkten. In Argentinien wurde dies zur Wirklichkeit: Nach einer Dekade Neoliberalismus lag die Wirtschaft des Landes zur Jahrtausendwende am Boden, unzählige Unternehmen stellten die Produktion ein. Tausende Beschäftigte wollten das nicht hinnehmen, sie führten die Betriebe in Eigenregie weiter. Und heute? Auch fast 15 Jahre später existieren viele dieser Firmen noch immer: Etwa 13.000 Arbeiter sind in über 300 selbstverwalteten Firmen tätig. Und wie man im gerade erschienenen Reportageband »Sin Patrón. Herrenlos. Arbeiten ohne Chefs« erfährt, gibt es von Zeit zu Zeit sogar noch Zuwachs. Wie im Sommer 2014, als die Beschäftigten die insolvente US-Druckerei RR Donnelley in Buenos Aires übernahmen.

Übersetzt hat das in Argentinien erschienene Buch Daniel Kulla, de...

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