05.08.2015 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Rechtschreibreform

Kai Köhler

Die deutsche Rechtschreibung war vor ihrer Reform erträglich. Auch die anspruchsvolleren unter den Deutschlehrern, die den Verfasser in der Bundesrepublik in den 1970er und 80er Jahren zu unterrichten versuchten, behalfen sich mit Ratschlägen wie: Schreibt im Zweifelsfall groß, da habt ihr die besseren Chancen. Da sie dann ihre Diktate auch selbst korrigierten, ließ sich damit leben.

1995 beschloss die Kultusministerkonferenz die mit Österreich, der Schweiz und Luxemburg abgestimmte Reform der Orthographie. Etwa 15 Jahre hatten sich Sprachwissenschaftler abgemüht, die Regeln einfacher und logischer zu gestalten. Im Ergebnis wurde eine komplizierte und widersprüchliche Rechtschreibung ersetzt durch eine komplizierte und widersprüchliche Rechtschreibung. Dabei lässt sich der Befund für einzelne Bestandteile der Reform unterschiedlich fassen. Das Haupterkennungsmerkmal – wann »ss« und wann »ß« geschrieben wird – steht für eine leicht erlernbare Klärung. Deut...

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