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22.07.2015 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Microsofts Kahlschlag in Finnland

Handyentwicklungsstandort in Salo droht das Aus. Drastischer Stellenabbau in Espoo und Tampere

Anna Ercanbrack, Reuters

Gerade einmal ein gutes Jahr ist es her, da keimte im südfinnischen Salo noch einmal so etwas wie Hoffnung auf. Der US-Softwaregigant Microsoft machte damals die Übernahme der angeschlagenen Handysparte des einstigen Weltmarktführers Nokia perfekt. Nicht wenige der 54.000 Einwohner dachten, dass es jetzt nach mehreren Rückschlägen wirtschaftlich in ihrer Region wieder aufwärtsgehen könnte.

Doch im Sommer 2015 ist jeder Optimismus verpufft. Microsoft hat zum Kahlschlag angesetzt. Und der macht auch vor der einstigen Nokia-Hochburg Salo nicht halt. Dem Standort droht das Aus. »So schlimm hat es sich noch nie angefühlt, hier zu leben«, sagt Maria Gustafsson. Seit 20 Jahren wohnt sie in Salo. Hier wurde in den 1970er Jahren eines der ersten Nokia-Werke eröffnet. Die Kleinstadt blühte auf, Tausende Jobs entstanden. Mit dem Aufstieg Nokias kam der Wohlstand. Doch dann hängten Apple und Samsung mit ihren Smartphones Nokia ab. Finnlands Elektronikindustrie geriet...

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