30.06.2015 / Feuilleton / Seite 10

Ein verendender Herrscher

»Ah! – Ich bin dran!« Becketts »Endspiel« im Ramba-Zamba-Theater, Berlin

Anja Röhl

Wer glaubt, das Berliner Ramba-Zamba-Theater sei ein Nischentheater mit Nischenthemen, der irrt. Hier gibt es ebenso große klassische Themen wie modernes Theater. Einziger Unterschied: Die Schauspieler haben Handicaps, die man sieht, die auffällig sind, die in das Spiel produktiv eingebracht werden.

Jacob Höhnes Inszenierung von Becketts »Endspiel« besticht durch Sven Normann als Hamm. Man möchte fast glauben, einzig ihn hätte Beckett vor Augen gehabt, als er die Rolle des gelähmten Blinden konzipierte. Normann liegt auf einem grauglitzernden Sitzsack auf leerer, grauschwarzer Bühne, von dem er während des Spiels mehrfach herunterrutscht. In seinen Augen sind weiße Kontaktlinsen zu sehen, unter hochgeschobener Sonnenbrille.

Sein Auftritt beginnt publikumsabgewandt: »Ah! – Ich bin dran! – Jetzt spiele ich!« Wie er diesen Satz triumphierend herausschleudert, wie er das mit einem Altmännerlachen begleitet, wie er anschließend nach seinem Diener Clov verlangt...

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