13.12.2001 / Ansichten

Das Kriegsfemegericht tagt

Zum Prozeß gegen Slobodan Milosevic in Den Haag

Klaus Hartmann

Am Dienstag wechselten in den Berichten von CNN, BBC, Euronews und anderen Nachrichtensendern ständig die Kriegsschauplätze: Von den Tausenden Leichen in Kandahar als Ergebnis der US-Bombardements zu den von israelischen Kampfhubschraubern getöteten palästinensischen Kindern, dann in den Saal des »Tribunals« in Den Haag, wo die Verfolgungsbehörde Slobodan Milosevic des Völkermords anklagt, und zurück nach Tora Bora, wo US-Flugzeuge weiterhin sieben Tonnen schwere Bomben abwerfen.

Die Ereignisse haben mehr miteinander zu tun, als daß sie nur wegen ihrer Gleichzeitigkeit zu einem militärischen Potpourri gemixt werden. Ihr Zusammenhang besteht darin, daß die USA, ihre Klientelstaaten und die NATO unter Bruch der UN-Charta Kriege führen, Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung und schwerste Kriegsverbrechen begehen und dabei keine Strafe fürchten müssen. Zugleich können sie unter abermaligem Bruch der UN-Charta Sondertribunale ...

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