12.05.2015 / Titel / Seite 1

Obama im Wunderland

US-Journalist bezeichnet offizielle Darstellung über Tötung von Al-Qaida-Führer Bin Laden als Schwindel. Pakistanischer Geheimdienst soll Aufenthaltsort gekannt haben

Knut Mellenthin

Der US-Journalist Seymour Hersh ist international bekannt durch seine Berichte über das Massaker US-amerikanischer Soldaten im vietnamesischen Dorf My Lai (Son My) und die Folterpraktiken im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Jetzt hat er wieder eine große Story gelandet: In einem langen Artikel für die Zeitschrift London Review of Books beschäftigt er sich mit der Tötung Osama bin Ladens durch ein US-amerikanisches Spezialkommando in der Nacht zum 2. Mai 2011. Der umfangreiche Text ist seit Sonntag abend im Internet zu finden. Die zentrale Botschaft steht schon im ersten Absatz: »Die Darstellung des Weißen Hauses könnte von Lewis Carroll geschrieben worden sein« – dem Autor des Kinderbuchs »Alice im Wunderland«.

Der offiziellen Version der US-Regierung zufolge sind die US-Behörden ausschließlich durch jahrelange eigene Recherchen auf bin Ladens Versteck in der pakistanischen Stadt Abbottabad gestoßen. Regierung, Militär und Geheimdienst Pakistans seien in ...

Artikel-Länge: 3307 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe